Mein – Dein Ostseeweg

Osteseeweg Zuschauer

Nicht das ihr denkt, ich könnte mich nicht entscheiden – mein, dein. Dein Ostseeweg ist eine Sport-Veranstaltung an unserer schönen Ostseeküste. Es geht darum, eine bestimmte Strecke zu Fuß, also wandern und nicht Schiff fahren, an einem Stück zurückzulegen. Die Veranstalter unterscheiden dann noch in 50 und 100 km Fußmarsch. Irgendwie bin ich ja froh, dass es auch den „Kleinen Ostseeweg“ gibt. Ich glaube, ich hätte mir sogar den großen Ritt zugemutet 😉

So richtig kann ich nach zwei Tagen immer noch nicht aufrecht gehen. Ja, ich wollte mal schauen (fühlen), ob ich die knapp 27 Seemeilen, also 50 km  Fußlatsch überhaupt durchhalte. Denn so eine Strecke habe ich zuvor noch nie an einem Stück – außer motorisiert – zurückgelegt. Und normalerweise begebe ich mich an die Küste, um ein wenig die Seele baumeln zu lassen und ein paar Fotos für Instagram zu machen. Also ein weiterer Grund, weil ich mir davon versprach, Ecken unserer Küste zu sehen, die ich noch nicht kannte.

Ganz ehrlich? Während der Rundtour war mir nicht wirklich danach, die Küste zu genießen. Anfangs ging es ja noch. Herrlicher Sonnenschein und blauer Himmel und dann auf Höhe der Dünen Richtung Heiligendamm bis nach Kühlungsborn und weiter zum Leuchtturm von Bastorf wandern. Aber spätestens als mein Körper mir trotz fehlendem Durst- und Hungergefühl mitteilte, ich sollte ganz schnell etwas an Nahrung zu mir nehmen, sonst ist an dieser Stelle schon Schluss, hinterfragte ich meine Entscheidung. Oder als das brennende Gefühl durch den Körper drang, weil die Blasen am Fuß aufplatzten und der Schuh ohne Unterbrechung weiter an den offenen Wunden daran rubbelte. Dann war es jedenfalls vorbei mit der schönen Aussicht und die immer wieder kehrenden Krampfanfälle musste man auch noch irgendwie beherrschen.

Und wie immer, wenn man sich etwas langatmiges vornimmt – auf den letzten Stück nimmt das irgendwie kein Ende. Es wird unerträglich. Aber dann, eine letzte Abbiegung und man sieht endlich den Sportplatz mit dem freundlichen Empfangskomitee und den ersten „Verrückten“, die schon die Zielgerade überschritten hatten. Erleichterung pur 😊

Ostseeweg Urkunde

Ja, das ist schon seltsam, man bekommt das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Vielleicht liegt das auch an den Schmerzen, die man jetzt erst so richtig wahrnimmt. Und eigentlich wollte ich für mich nur herausfinden, ob ich durchhalten kann. Von den 499 Teilnehmern konnte ich 484 hinter mir lassen. Damit hatte ich nun gar nicht gerechnet. Eigentlich ist das auch nicht wichtig, denn ich hatte auf den 50 km nur einen Gegner – mich selbst.

One thought on “Mein – Dein Ostseeweg

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.