Stippvisite in Stralsund

Gorch Fock Header

Irgendwie sind wir Fischköppe gut dran. Wir können nach Belieben von einem Küstenort zum anderen verholen*. So habe ich vor ein paar Tagen die Gelegenheit genutzt und begab mich zur Stippvisite nach Stralsund. Und ganz nebenbei hält die Hansestadt Stralsund wichtige Erinnerungen für mich bereit. Dazu gleich mehr.

NAHRUNGSSUCHE

Immer, wenn ich irgendwohin unterwegs bin, habe ich Appetit auf etwas Deftiges, unabhängig von der Uhrzeit. Deshalb freute ich umso mehr, als ich in Stralsund einfahrend ein Schild mit der Aufschrift „Hofkantine“ gesehen habe. Ich gebe es ja zu, dass mir das Überangebot namens Standardindustrieware von Bäcker-/Buffet-/Imbiss-/Fastfood und wie sie alle heißen mögen, gewaltig auf den Keks gehen. Meistens ist das für mich nur noch ein Fall für die Fullbrass**.

Hofkantine
Stralsunder Hofkantine

Die Hofkantine dagegen hat etwas besonders und bodenständiges. Obwohl noch nicht ganz 8 Uhr, war ich bereit für eine Soljanka. Insbesondere Ossis wie ich kennen dieses Gericht sehr gut. Für eine ausreichende Portion, 2,50 EUR und dann noch selbstgemacht – unschlagbar – auch im Geschmack. Und das Ambiente? Jedenfalls kein Schickimicki…

STRALSUND HAFEN

Stralsund hat nicht nur eine sehr schöne Altstadt, sondern auch einen schnuckeligen Hafen, wo das Segelschulschiff Gorch Fock ihr zu Hause hat. Die Speichergebäude, insbesondere der Türmchenspeicher sehen einfach fantastisch aus und würden geniale Lofts abgeben.

Fischkutter
Stralsunder Fischer

Zu der Jahreszeit und auch der Uhrzeit ist es gewohnt sehr ruhig in Stralsund. So waren wir wenigstens frei in der Wahl der kleinen, aber feinen gastronomischen Einrichtungen. Gelandet sind wir im Gumpfer. Sehr gemütlich, freundlich und lecker. Beim heißen Käffchen mit Blick auf den Strelasund, konnte man beobachten, dass das Fischer Dasein kein Zucker schlecken ist, auch wenn dabei immer ein Hauch Romantik mitschwingt. Interessant war dagegen anzusehen, wie vereinzelt Leute fangfrischen Fisch direkt vom Kutter gekauft haben.

Und dabei kamen die Erinnerung an meine Stralsunder Zeit wieder hoch. Eher die Parower Zeit. Dort habe ich nämlich meine Grundausbildung bei der Marine absolviert. In Sachen Navigation war das alles sehr interessant, aber der Rest war irrsinnig.

Jedenfalls gibt es in der Hansestadt Stralsund eine Menge mehr, als „nur“ das Ozeaneum, zu entdecken. Beim nächsten Mal werde ich z. B. die 366 Stufen bis zum Aussichtsturm der St. Marienkirche steigen. Denn von dort aus, soll man einen gigantischen Ausblick haben. Gute Sicht vorausgesetzt.

Ahoi und weiterhin freie Fahrt. Bis zum nächsten Mal ⚓️

 

* Unter „verholen“ versteht der Seemann eine Änderung der Schiffsposition im Hafen. Also von einem Liegeplatz zum anderen. Das konnten wir damals zu DSR Zeiten im Rostocker Hafen sehr gut 😉 Aber umgangssprachlich wurde der Begriff viel weiter gefasst. 

** Ich habe es so kenngelernt, dass eine Fullbrass eine Mülltonne ist, die achtern (hintere Teil des Schiffes) an die Reling (eine Art Schiffszaun oder Geländer) angebunden wurde.

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